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Die Zebrabar in Senegal

Der Morgen nach unserer „Mückennacht“ beginnt mit einem Schnellstart. Wir richten alles innerhalb des Autos her und krabbeln nach vorne durch, um erst mal bis zur Piste zu fahren. Eine Insektenattacke brauchen wir heute nicht mehr.

An der Piste sortieren wir den Rest und räumen auf. Insbesondere die Papiere für den Grenzübertritt nach Senegal sortieren wir vor. Es ist immer schlecht, wenn man an der Grenze erst nach Dokumenten suchen muss.

Dann gibt es einen Kaffee und wir machen uns um ca. 9.30 Uhr auf, für den „Borderrun“ nach Senegal. Für die Ausreise benötigen wir nur die Pässe und das Passavant für das Auto. Für die Einreise nach Senegal wissen wir es noch nicht genau, aber mit Sicherheit die Pässe, Fahrzeugschein, Führerschein und das Carnet de Passages.

An der Grenze kommen die üblichen Geschäftemacher auf uns zu. Einer will dir bei den Formalitäten helfen, eine verkauft SIM Karten, einer verkauft gekühlte Getränke und andere kleine Geschäfte.

Wir ignorieren alle und sprechen nur mit den Offiziellen, erkennbar an anständigen Uniformen. Die Ausreise startet am Zoll. Ich muss das Passavant vorlegen und die Ausfuhr des Land Cruisers wird per Stempel im Reisepass bestätigt. Dann geht es zur Grenzpolizei. Hier werden die Pässe kopiert und die Ausreise per Stempel dokumentiert. Das war es auf der mauretanischen Seite.

Jetzt kommen wir an einen Schlagbaum der nicht offiziell aussieht. Hier wird die kommunale Steuer kassiert. Das macht 100 MRU mauretanische Ouguiya (2,50 Euro). Von dort geht es weiter zur Brücke, für die wiederum Brückenzoll anfällt. Diesmal kostet es 400 MRU (10 Euro). Beides sind offizielle Gebühren und müssen gezahlt werden.

Damit haben wir jetzt die senegalesische Seite erreicht. Hier geht es erst zur Grenzpolizei und dann zum Zoll. Zunächst müssen wir mit dem Reisepass zu Kontrolle. Fingerabdrücke und Foto, danach bekommen wir den Stempel in den Reisepass. Zusätzlich wird noch der Fahrzeugschein und der Führerschein kontrolliert. Weiter zum Zoll. Hier geht es um die Einfuhr des Land Cruisers. Wieder werden alle Dokumente kontrolliert. Zusätzlich muss ich das Carnet de Passages vorlegen. Es wird aber hier nicht gestempelt, sondern in Dakar. Nachdem alle Dokumente passen, bekommen wir ein Passavant für 5 Tage. Das ist die Zeit, die wir haben, um das Carnet in Dakar stempeln zu lassen. Für das Passavant werden noch mal 5.000 CFA (7,60 Euro) fällig. Da wir keine CFA haben, müssen wir an der Grenze tauschen. Dann zum nächsten Schlagbaum, wieder Brückenzoll, diesmal für Senegal. Wir zahlen 1.000 CFA (1,53 Euro) und sind durch. Insgesamt haben wir eine gute Stunde für den Grenzübertritt gebraucht und sind ohne Korruptionsversuche durchgekommen.

In Senegal atmen wir erst mal durch. Man kann sofort den Unterschied zu Mauretanien erkennen. Die Infrastruktur und die Versorgungslage in den Geschäften sind sofort deutlich besser. Wir fahren Richtung Saint Louis und suchen erst mal nach einer Tankstelle. Barbara hat eine ausfindig gemacht, die vielleicht sogar eine Kreditkarte akzeptiert. Wir erreichen die Tankstelle der Marke Elton und halten an. Kreditkarte wird akzeptiert. Wir tanken beide Tanks voll und buchen noch die Wagenwäsche dazu. Der Land Cruiser hat es mehr als nötigt. Tagelang durch Sand und Piste, Salzwasserduschen und sonstiger Dreck. Die Jungs von der Tankstelle füllen erst mal den Tank und dann will ich bezahlen. Das Kreditkartengerät bricht immer wieder an und es funktioniert eben doch nicht. Bargeld haben wir nicht, aber direkt neben der Tankstelle ist ein Bankautomat der ORA Bank. Ich will Geld abheben, aber der Automat zieht meine Kreditkarte ein. Ich möge mich mit der Bank in Verbindung setzen. Oh man, das ist Afrika.

Zurück an der Tankstelle probieren wir noch mal eine andere Kreditkarte. Diesmal, oh Wunder, klappt es. Während der Tankwart die Bank anruft, waschen drei Andere den Land Cruiser mit viel Wasser von oben bis unten. Der Wagen sieht nun außen wieder aus wie neu und nach ca. 1 Stunde kommt auch jemand von der Bank. Ich bekomme meine Kreditkarte zurück und wir verabschieden uns von den freundlichen Jungs auf der Tankstelle.

Weiter in Saint Louis gibt eine weitere Bank, die empfohlen wurde. Hier klappt das Geldabheben problemlos. Ich bekomme 250.000 CFA (ca. 380 Euro). Auf dem Weg kaufen wir noch eine SIM Karte von Orange mit 15 GB und drei Melonen als Erfrischung.

Dann erreichen wir die Zebrabar, die mitten in einem Naturschutzgebiet liegt. Die Eigentümer sind Schweizer, die diese berühmte Campsite seit 28 Jahren betreiben.

Für das Mittagessen bekommen wir einen Tisch mit Schatten und Strandblick. Das Essen schmeckt und nach der „Trockenzeit“ in Marokko und Mauretanien gibt es endlich wieder mal ein kaltes Bier.

Wir geniessen den Komfort der Zebrabar und entspannen erst mal. Dann richten wir unseren Schlafplatz ein und nutzen die warme Dusche.

Am Abend wird ein Tisch für die Gastgeber und alle Oberländer gedeckt und wir speisen gemeinsam. Am Tisch sprechen wir über die Erlebnisse auf Reisen und es werden Tipps ausgetauscht. Die Zebrabar ist definitiv eine Oase der Erholung auf dem Weg an der afrikanischen Westküste entlang. Der Abend endet mit einem guten Gefühl und wir schlafen mückenfrei ein.

Ein Kommentar zu “Die Zebrabar in Senegal

  1. Annika

    Echt ein bisschen peinlich – ihr seid ja unterwegs um Abenteuer zu erleben – aber ich bin immer wieder froh, wenn ich nicht von suspekten Gestalten in eurer Nähe lese 😉