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Wir nähern uns dem Senegal

Nachdem es auf der Strecke diesmal kein Benzin finden konnten, waren wir gezwungen, 100 km Umweg über Aleg zu fahren. Von dort geht es auf die Straße entlang am Senegal River.
Wir füllen die Vorräte mit Gemüse und Wasser auf, damit wir wieder ein paar Tage autark sein können. Unser Ziel ist der Nationalpark Diawling.

Irgendwann kommen wir an Russu/Rosso vorbei. Hier ist eine der korruptesten Grenzübergänge nach Senegal. In Rosso wird jeder aggressiv abgezockt, daher wollen wir hier nicht rüber. Hinter Rosso geht eine Piste nach Diama, eine sehr einfacher Grenzübergang. Der Nachteil ist, die Piste muss bei Regen kaum befahrbar sein und stellt für normale Fahrzeuge eine Herausforderung dar. Wir haben keinen Regen und sind mit dem richtigen Fahrzeug ausgestattet, also Diama. Vorher besuchen wir noch den Nationalpark Diawling, der genau an der Piste liegt.

Nachdem wir bei Rosso auf die Piste abbiegen, passieren wir eine übel riechende Stelle mit Wasser, Müll und sonstigen undefinierbaren Abfällen. Schnell die Lüftung aus und durch. Danach wir es besser. Wir sehen viele Baufahrzeuge, die großflächige Erdbewegungen machen. Sieht aus, als ob das Gebiet für intensive landwirtschaftliche Nutzung vorbereitet wird. Vielleicht Reisanbau? Der Senegal River würde zumindest genug Wasser mitbringen.

Neben der Piste taucht auf einmal ein idyllischer See auf, mit interessanten Vögeln, die zwittschernd Wasser trinken. Aber noch viel wichtiger, die ersten Husarenaffen, die hier leben. Wir stoppen, aber die Affen sind schnell davon. Leicht neben der Piste wird der Untergrund weich und rissig, so dass der Land Cruiser in einer Erdspalte hängen bleibt. Untersetzung einlegen, Differentialsperren dazu und wupp sind wir wieder frei. Besser auf der Piste bleiben.

Etwas weiter kommen wir an einem Toyota Hilux vorbei. Auf der Ladefläche sind Sitze angebracht und darauf sehen wir Männer mit Hüten und Ferngläsern. Definitiv keine Einheimischen. Vielleicht Touristen auf Vogelbeobachtung, dachten wir. Wir fahren näher ran und Barbara fragt die Herren, was sie denn beobachten? Diese sind sichtlich nicht erfreut über die Begegnung, antworten aber, dass sie auf der Jagd nach Wildschweinen wären. Später und im Morgengrauen hören wir es noch ein paar mal knallen. Tatsächlich sahen wir auch eine Rotte Wildscheine „auf der Flucht“. In der Nacht hören wir einen melodische Gesang von den allgegenwärtigen Hirten, die bestimmt ein Fest feierten. Wir wundern uns noch, was mit den Wildschweinen in einem streg muslimischen Land passieren wird?So geht wieder ein Tag zu Ende.